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16.02.2026
Wer sich für Krisen oder stressige Episoden wappnen möchte, landet schnell bei Büchern, Ratgebern und Veranstaltungen zum Thema Resilienz. Dass der Begriff Interesse weckt, zeigt auch die große Resonanz auf unser Projekt Leben-Webinar, das rund 200 Menschen verfolgten. Marina Kyewski, studierte Sozialpädagogin und Resilienztrainerin von der Stiftungsfamilie, erklärt im Gespräch, warum das Konzept so überzeugt, und wie wir unsere persönliche Widerstandskraft Schritt für Schritt stärken.
Mit neuen Lebensphasen wie dem Berufsleben oder der Familiengründung gehen in aller Regel auch Herausforderungen einher. Meistens bewältigen wir sie, ohne Schaden zu nehmen. „Zu einer Krise kommt es erst, wenn eine Situation so belastend ist, dass wir uns nicht angemessen anpassen können oder nicht fähig sind, das Erlebte zu verarbeiten. Entscheidend ist, wie einschneidend das Erlebnis für eine Person persönlich ist“, erklärt Marina Kyewski.
Die studierte Diplom-Sozialpädagogin begleitet Menschen seit acht Jahren in der Sozialberatung der Stiftungsfamilie. Ihr Wissen gibt sie auch in Veranstaltungen weiter, wie kürzlich im Projekt Leben-Webinar unserer Vortragsreihe. Resilienz geht eigentlich auf einen technischen Begriff zurück und beschreibt, dass ein Material in seinen Ausgangszustand zurückkehrt, nachdem es beispielsweise gedehnt oder gestaucht wurde. „Übertragen auf den Menschen bedeutet das, sich nach belastenden Situationen wieder aufzurichten und nicht an ihnen zu zerbrechen“, so Marina Kyewski.
Zum Konzept gehören die sieben Kompetenzen Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Selbstwirksamkeit, Verantwortungsübernahme, Soziale Netzwerke und Zukunftsplanung, auch Säulen genannt. „Um zu erkennen, von welchen Säulen man besonders profitieren kann, schätzt man sich jeweils auf einer Skala von eins bis zehn ein, gegebenenfalls auch mit Hilfe aus dem Freundes- oder Familienkreis“, so die zertifizierte Resilienztrainerin. Wichtig sei es, einen Aspekt nach dem anderen zu bearbeiten, um sich nicht zu überfordern. Nach einigen Wochen der Selbstarbeit, so die 43-jährige, könne eine neue Einschätzung erfolgen.
Dennoch hat das Konzept Grenzen, wie die gebürtige Hamburgerin erklärt: „Bei psychischen Erkrankungen wie beispielsweise einer Depression sind Behandlungen notwendig. Das kann eine Psychotherapie sein, je nach Schweregrad auch eine medikamentöse Begleitung. Ansätze aus der Resilienz können helfen, sich zu stabilisieren oder Rückfällen vorzubeugen. Sie sind aber kein Ersatz für medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.“
Die Sozialberatung der Stiftungsfamilie erreichen Sie telefonisch unter 0800 0600 0800 oder per E-Mail an beratung@stiftungsfamilie.de. Das Programm unserer Webinar-Reihe Projekt leben finden Sie auf unserer Website.
Grundhaltung und Selbsteinschätzung, dass sich die Dinge zum Guten entwickeln werden und dass man in der Lage sein wird, Dinge zum Guten zu beeinflussen. Ermöglicht es, positive Aspekte zu erkennen, ohne die Gesamtsituation schönzureden.
Die Fähigkeit, Realitäten anzuerkennen, auch wenn sie unangenehm oder schmerzhaft sind, und nicht gegen unabänderliche Umstände zu kämpfen. Das bedeutet, Energie nur in das zu stecken, was beeinflussbar ist.
Die Energie folgt der Aufmerksamkeit: Richten Sie den Blick auf die Lösung und den eigenen Handlungsspielraum. Übung: Zehn Handlungsalternativen für eine Situation aufschreiben, um in den kreativen Prozess zu kommen.
Beschreibt die Überzeugung, durch eigenes Handeln positiven Einfluss auf das Leben nehmen zu können.
Die Fähigkeit, eigenes Handeln und dessen Folgen zu erkennen und zu gestalten, statt sich als Opfer der Umstände zu sehen – selbst in schwierigen Situationen. Verantwortungsübernahme stärkt das Gefühl von Kontrolle.
Netzwerke: Wer soziale Beziehungen zu Menschen aufbaut und pflegt, die bei Bedarf unterstützen können, fühlt sich eher sicher und gut aufgehoben und erhöht das Selbstwertgefühl. Zukunftsplanung: Machen Sie Pläne, um vorbereitet zu sein und beziehen Sie Alternativen ein (Plan B machen).
Marina Kyewski begleitet als Diplom-Sozialpädagogin und Resilienztrainerin in der Sozialberatung der Stiftungsfamilie Menschen zu verschiedensten Themen. Foto: privat