Kind liegt in einem Krankenhausbett mit gelbem Gitter und trinkt aus einer Flasche, ihre Mutter sitzt daneben

Unterstützung für Carlotta

14.07.2026

Kein Tag ohne Anstrengung

Die dreijährige Carlotta leidet unter einem Gendefekt und täglichen, epileptischen Anfällen, die eine Folge schwerer Hirnblutungen bei der Geburt sind. Ihr Alltag ist geprägt von Therapie-Terminen, Übungen und medizinischen Kontrollen, bei denen ihre Eltern sie liebevoll begleiten. Carlotta spricht nicht, sieht schlecht, kann nicht laufen und ist auch geistig stark in der Entwicklung verzögert.

„Unsere Tochter ist eine fröhliche Seele“

Carlottas Vater arbeitet als Triebfahrzeugführer bei der Deutschen Bahn. Im Jahr 2025 hat die Familie eine Therapie gemacht, nach der es ihrer Tochter besser ging. Die Kosten werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Mit einer Spendenaktion in Zusammenarbeit mit den DBplus-Partnern Nord hat die Stiftungsfamilie Geld gesammelt, um die Fortsetzung der Maßnahme zu ermöglichen.

Fortsetzung der Therapie

„Wir sind ein bisschen überwältigt, dass uns so viele Menschen unterstützen“, sagt Carlottas Mutter. „Wir werden mit dem Geld eine Intensiv-Therapie bezahlen. Sie soll Carlotta helfen, ein besseres Gespür für ihren Körper zu entwickeln und das Sprachzentrum anregen. Danke für die Mithilfe, dies zu ermöglichen.“

Danke für Ihre Spenden, die eine Fortsetzung der nötigen Therapie ermöglichen! Sie möchten unsere Arbeit ebenfalls unterstützen? Alle Möglichkeiten finden Sie hier in der Übersicht.

Weitere Artikel

22.06.2026
 

"Ich kann einen Beitrag leisten"

Manchmal ist es nur eine Kleinigkeit, die den Unterschied macht: Eine Frage, die man endlich stellt oder ein Satz auf Deutsch, den man zum ersten Mal ausspricht. Dass man Positives im Leben anderer Menschen bewirken kann, erlebt Julia Thom durch ihr Engagement bei SUKI. Die Nürnbergerin arbeitet bei DB InfraGO als Koordinatorin Hochschulmanagement für die Region Süd. In ihrer Freizeit engagiert sie sich im Tandem und im Sprachtreff des SUKI-Lotsenprogramms. Dort hilft sie beim Deutschüben, hört zu und macht anderen Mut. Im Interview erzählt sie, was Sprache mit Ankommen zu tun hat, warum Fehler beim Lernen dazugehören und weshalb der erste Schritt ins Engagement oft einfacher ist, als man denkt. Liebe Julia, was bedeutet es für dich persönlich, Menschen beim Ankommen in Deutschland zu unterstützen? Für mich ist das Tandemprogramm ein Engagement mit Sinn. Ich kann einen aktiven Beitrag dazu leisten, anderen Menschen zu helfen und ihnen ihren neuen Alltag in Deutschland zu erleichtern. Wie gestaltet ihr eure gemeinsamen Treffen? Sprecht ihr über Alltagsthemen, übt ihr gezielt Deutsch oder ergibt sich vieles spontan? Wir sprechen einmal wöchentlich online und treffen uns ab und zu auch vor Ort in München, wo mein Tandempartner wohnt. In unseren Gesprächen geht es um verschiedenste Themen – von Grammatik wie bestimmten Zeitformen über deutsche Vokabeln bis hin zu Alltagsthemen wie dem Arbeitsalltag bei der DB, Behördengängen und Freizeitbeschäftigungen. Was ist dir wichtig beim gemeinsamen Deutschüben? Mir ist es wichtig, dass sich beide Seiten wohlfühlen und dass kein Druck entsteht, alles perfekt zu machen. Entscheidend ist, das Sprechen an sich zu üben – das Thema ist dabei sekundär. Außerdem kann mir mein Tandempartner jederzeit Fragen zu Grammatik, Vokabeln oder dem Leben in Deutschland stellen. Gerade diese Atmosphäre macht das Lotsenprogramm so wertvoll. Deutschlernen braucht Übung – aber es braucht auch Vertrauen. Denn viele Menschen wissen eigentlich schon viel, trauen sich aber nicht, einfach loszusprechen. Viele Menschen haben Angst, beim Sprechen Fehler zu machen. Wie gehst du damit in euren Treffen um? Ich motiviere meinen Tandempartner, viel zu sprechen, und sage ihm auch regelmäßig, dass er große Fortschritte macht. Mein Tandempartner ist sich manchmal unsicher, ob ein Satz richtig ist, und bittet mich dann, ihn zu korrigieren, was ich auf seinen Wunsch hin sehr gerne mache. Ich korrigiere aber nicht automatisch alle kleinen Versprecher oder Fehler, sondern nur wichtige, sich wiederholende Wörter und wenn er mich darum bittet. Außerdem: Üben, üben, üben. Am besten nutzt man jede Gelegenheit zum Sprechen. Dafür bietet das Lotsenprogramm einen sicheren Raum. Daneben hilft es auch, spannende Inhalte auf Deutsch zu hören, zu lesen oder anzusehen – je nachdem, welche Themen oder Formate einen am meisten ansprechen. Du engagierst dich auch im Bereich der Sprachtreffs von SUKI. Was macht diese Treffen besonders? Bei unserem Montagstreff können alle flexibel vorbeikommen und wir haben keinen Druck, zu sprechen, sondern das Angebot dazu. Alle Teilnehmenden können sich zu Wort melden, wenn sie sich bereit dafür fühlen. Zudem ist unsere Gruppe sehr vielfältig mit Menschen aus verschiedenen Kulturen und Berufen. So bekommen alle viele Einblicke und wir haben spannende und abwechslungsreiche Themen, sodass alle aus den Treffs etwas für sich mitnehmen können. Was nimmst du persönlich aus deinem Engagement mit – und hat sich dabei auch dein Blick auf Deutschland und die deutsche Sprache verändert? Ich konnte eine tolle neue Bekanntschaft schließen. Auch der Perspektivwechsel ist für mich sehr wertvoll. So verstehe ich die Sichtweise auf Deutschland und die deutsche Sprache von außen nun noch besser und kann mich eher in Zugezogene hineinversetzen. Zudem lerne ich viel über andere Kulturen und Sprachen, was ich sehr bereichernd finde. Du arbeitest beruflich in der Koordination Hochschulmanagement bei DB InfraGO und engagierst dich gleichzeitig als Lotsin bei SUKI. Wie verbinden sich diese beiden Perspektiven für dich? Das Engagement bei SUKI ist für mich die optimale Ergänzung zu meiner Tätigkeit im Hochschulmanagement. Denn dort sammle ich viele wertvolle Erfahrungen zur Integration internationaler Kolleginnen und Kollegen in unseren Konzern sowie zu ihren Herausforderungen im deutschen Arbeitsalltag. Diese helfen mir wiederum im Hochschulmanagement, die Perspektive potenzieller Nachwuchskräfte besser zu verstehen. Gemeinsam mit SUKI entwickelt das Hochschulmanagement der DB InfraGO Region Süd deshalb ein Deutschlernangebot für WPA und Projektmitarbeitende als Train-the-Trainer-Programm. Es geht darum, Sprache nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil von Zusammenarbeit, Orientierung und Zugehörigkeit. Was war aus deiner Sicht der Impuls für dieses Programm? Als Team Hochschulmanagement der DB InfraGO Region Süd bieten wir unseren Werkstudierenden, Praktikantinnen und Praktikanten ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen und Exkursionen, um einen Blick über den Tellerrand innerhalb der DB zu ermöglichen. Außerdem unterstützen wir die Studierenden bei Fragen und Herausforderungen im Arbeitsalltag. Dabei geht es oft auch um das Thema Deutschlernen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, dafür gezielt ein ergänzendes Angebot zu schaffen. So können wir unsere Nachwuchskräfte beim Ankommen bei der DB noch stärker unterstützen. Welche Bedarfe nimmst du bei neuen Kolleginnen und Kollegen wahr, die noch geringe Deutschkenntnisse haben – fachlich, sprachlich oder auch im Ankommen im Arbeitsalltag? Ich nehme vor allem die komplexen Fachbegriffe bei der DB und die deutsche Sprache generell als Herausforderung für internationale Mitarbeitende wahr. Daher möchten wir in diesem Bereich ein unterstützendes Angebot schaffen.   Das geplante Programm soll ein Tandemprogramm sowie eine Veranstaltungsreihe mit Fokus auf Sprache und Kultur enthalten. Was ist dir an dieser Kombination besonders wichtig? Während die Veranstaltungsreihe viel Input zur DB-Fachsprache sowie der deutschen Sprache geben wird, liegt der Fokus im Tandemprogramm auf dem individuellen Austausch. Es bietet zudem die Möglichkeit, sich auf fachlicher Ebene mit Kolleginnen und Kollegen aus benachbarten Abteilungen auszutauschen und dabei auch konkret in Themen und Fachgebiete einzusteigen. Woran würdest du merken, dass das Programm erfolgreich ist? Wir wünschen uns für das Programm, dass möglichst viele Studierende die Angebote wahrnehmen und sich dafür anmelden. Außerdem würden wir uns freuen, wenn die Angebote gut ankommen und wir positive Rückmeldungen erhalten. Und letztlich merken wir auch im Austausch mit unseren Studierenden, inwiefern das Programm Anklang findet und Fortschritte in der deutschen Sprache ermöglicht. Was würdest du Menschen sagen, die überlegen, sich bei SUKI freiwillig zu engagieren, aber noch unsicher sind? Es klingt vielleicht banal, aber einfach anfangen. Wenn sich jemand überlegt, sich zu engagieren, dann ist der erste Schritt schon getan, denn man möchte sich einbringen. Am besten macht man sich im Vorfeld nicht allzu viele Gedanken. Wichtig ist es, vorher zu prüfen, ob man auch regelmäßig ausreichend zeitliche Kapazitäten für das Lotsenprogramm hat. Alles andere kommt dann mit der Zeit. Zum Abschluss: Wenn du dein Engagement in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das? Motiviert, bereichernd und kontinuierlich. Vielen Dank für das Gespräch, die Einblicke und dein Engagement, Julia. Wir freuen uns, dass du dabei bist! Sie interessieren sich für ein Engagement in unserem Lotsenprogramm oder möchten mehr über SUKI erfahren? Weitere Informationen gibt es hier.

Menschen im Mittelpunkt

18.06.2026
 

„Nicht nur Daumen, sondern auch Ärmel hoch“

Vielleicht liegt es an seinen hanseatischen Wurzeln, dass Florian Szameit ein Macher ist – und ein Tau­sendsassa noch dazu: Der 49-Jährige ist nämlich nicht nur Regionalleiter für Finanzen/Controlling und Personal, sondern auch Geschäftsführer in der DB Regio Bus Ost, der DB SEV sowie der Busverkehr Mär­kisch-Oderland GmbH. Über eintausend Mitarbeitende hat die Region Ost, das ist mal ein Wort! Anderen wird da schwindlig – der waschechte Hamburger engagiert sich zudem als ehrenamtlicher Richter und packt auch gern mal selbst mit an, wenn’s brenzlig wird. Wir haben uns mit Florian Szameit darüber unter­halten, wie er es schafft, in diese vollen Tage auch noch Hobbykochen und Sportbootfahren zu quetschen. Wo sind Sie geboren und aufgewachsen? Ich bin ein Hamburger Jung und in der Hansestadt aufgewach­sen – geboren bin ich aber eher aus Versehen in der Nähe von Frankfurt am Main: Wie es der Zufall so wollte, haben meine El­tern genau in dieser Zeit temporär dort gearbeitet. Welche Ausbildung haben Sie? Ich bin gelernter Eisenbahner im Betriebsdienst und habe die Bahn von der Pike auf gelernt: Fahrkarten kontrollieren und verkaufen, am Ablaufberg von Rangierbahnhöfen sowie als Wei­chenwärter und Fahrdienstleiter im Schichtdienst arbeiten. Es folgte dann die IHK-Fortbildung zum Fachwirt für den Bahnbe­trieb mit Einsätzen in allen relevanten Querschnittsbereichen, u. a. Controlling, Personal, Vertrieb und Management. Ich bin sehr froh, diese Ausbildung gemacht zu haben: Ich weiß nämlich seitdem, wie Bahn funktioniert. Wo leben Sie? Ich bin immer schon ein Großstadtkind gewesen. Ich brauche die Vielfalt und die Abwechslung. Leider hat Hamburg beruflich bis jetzt dauerhaft nicht geklappt, also ist es am Ende die Haupt­stadt Berlin geworden. Ich wohne in Ostberlin im Prenzlauer Berg und arbeite in Westberlin in Wilmersdorf. Mehr Abwechs­lung und Vielfalt gehen also nicht. Wie und wann kamen Sie zur Deutschen Bahn? Mit Anfang 20 hatte ich das Abitur in der Tasche und war gerade mit dem Zivildienst fertig. Da wollte ich beruflich durchstarten, Erfahrungen sammeln und Geld verdienen. Studieren kam zu dem Zeitpunkt für mich nicht infrage. Mit der Überschrift „Karri­erelust statt Hörsaalfrust!“ lockte dann 1997 die Deutsche Bahn – das hat mich gecatcht und so fing die Reise an. Das Betriebs­wirtschaftsstudium habe ich dann berufsbegleitend nachgeholt. Wie lautet Ihre genaue Berufsbezeichnung? Ich bin Regionalleiter für Finanzen/Controlling und Personal und gleichzeitig Geschäftsführer in den Busgesellschaften DB Regio Bus Ost GmbH, DB SEV GmbH sowie Busverkehr Mär­kisch-Oderland GmbH. Diese Gesellschaften bilden die Region Ost der DB Regio Straße. Seit wann haben Sie diese Positionen inne? Ich bin mit elf Jahren mittlerweile der dienstälteste Regionalleiter bei DB Regio Straße. Was genau gehört zu Ihren Aufgabenfeldern? Wenn man so will, bin ich Dreh- und Angelpunkt zwischen unseren Verkehren auf der Straße, den Geschäftszahlen und den Mitarbei­tenden. Oder anders gesagt: In meiner Region und in meinen Gesell­schaften sorge ich dafür, dass die Finanzen stimmen, die Menschen gerne zur Arbeit kommen und unsere Verkehre erfolgreich sind. Was macht Ihnen am meisten Spaß bei Ihrer Arbeit? Dass ich nicht nur im Büro sitze, telefoniere, E-Mails bear­beite und in Meetings sitze, sondern auch regelmäßig an den Standorten in den Niederlassungen bin und mit den Mitar­beitenden vor Ort ins Gespräch komme. Nur so erfahre ich, was sie wirklich beschäftigt und wie wir die Dinge besser machen können. Ich war gerade erst für die Inbetriebnah­me des großen Ersatzverkehrs aufgrund der Vollsperrung Hagen-Wuppertal-Köln mehrere Tage in Wuppertal und habe u. a. beim Aufbau und Beschildern von Haltestellen geholfen und mit angepackt. Was bedeuten die Stiftungen BSW und EWH für Sie im Hin­blick auf Ihr berufliches Umfeld? Das Busgeschäft hat sich enorm verändert. Wir betreiben nicht nur Regionalbusse in vielen Landkreisen, sondern sind mittler­weile bundesweit im Schienenersatzverkehr tätig, der an Be­deutung gewinnt. Wir rekrutieren immer mehr Busfahrerinnen und Busfahrer aus anderen Ländern. Rund die Hälfte der Be­legschaft kommt mittlerweile aus dem Ausland: Wir haben über 30 Nationen bei uns in den Betrieben. Das heißt, Integration ist eine unserer großen Herausforderungen. Dabei stoßen wir re­gelmäßig an die Grenzen unserer Organisation: Uns fehlen teil­weise die Ressourcen und das Know-how für das Onboarding, die Wohnraumsuche oder das Organisieren von Sprachschulen, Behördengängen etc. Die Stiftung BSW – und insbesondere Team SUKI – hat mich da schon in vielen Projekten ganz toll unterstützt. Bitte beenden Sie folgenden Satz: Soziales Engagement bedeutet für mich … … nicht nur Daumen hoch, sondern auch Ärmel hoch: Ich unter­stütze die Stiftungsfamilie natürlich als Mitglied und engagiere mich schon seit Jahren als ehrenamtlicher Richter am Arbeits­gericht Berlin. Welche Erfindung hätten Sie gern gemacht? Die Fernbedienung für die Realität mit den Funktionen „Pause“, „Zurück-“ und „Vorspulen“. Gibt es eine verrückte Sache, die Sie unbedingt noch machen möchten? Die eigene Strandbar in der Karibik eröffnen. Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit? Ich koche leidenschaftlich gerne und versuche, sobald das Wetter es zulässt, viel Zeit auf dem Wasser zu verbringen und meinen Sportbootführerschein zu nutzen. Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das? Die bestmögliche Utopie: Krankheiten besiegen, Kriege been­den und Glück für alle Menschen. Klingt abgedroschen, würde aber einfach alles viel besser machen. Welche Landschaft hat Sie besonders beeindruckt? Die atemberaubende Vielfalt an Flora und Fauna und die unend­lichen Weiten der amerikanischen Nationalparks. So viel steht fest: Wir sichern uns schon einmal einen Platz in der karibischen Strandbar, lieber Florian Szameit, und denken das mit der bestmöglichen Utopie gemeinsam weiter.

Menschen im Mittelpunkt