Miteinander – Füreinander
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18.06.2026
Vielleicht liegt es an seinen hanseatischen Wurzeln, dass Florian Szameit ein Macher ist – und ein Tausendsassa noch dazu: Der 49-Jährige ist nämlich nicht nur Regionalleiter für Finanzen/Controlling und Personal, sondern auch Geschäftsführer in der DB Regio Bus Ost, der DB SEV sowie der Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH. Über eintausend Mitarbeitende hat die Region Ost, das ist mal ein Wort! Anderen wird da schwindlig – der waschechte Hamburger engagiert sich zudem als ehrenamtlicher Richter und packt auch gern mal selbst mit an, wenn’s brenzlig wird. Wir haben uns mit Florian Szameit darüber unterhalten, wie er es schafft, in diese vollen Tage auch noch Hobbykochen und Sportbootfahren zu quetschen.
Wo sind Sie geboren und aufgewachsen?
Ich bin ein Hamburger Jung und in der Hansestadt aufgewachsen – geboren bin ich aber eher aus Versehen in der Nähe von Frankfurt am Main: Wie es der Zufall so wollte, haben meine Eltern genau in dieser Zeit temporär dort gearbeitet.
Welche Ausbildung haben Sie?
Ich bin gelernter Eisenbahner im Betriebsdienst und habe die Bahn von der Pike auf gelernt: Fahrkarten kontrollieren und verkaufen, am Ablaufberg von Rangierbahnhöfen sowie als Weichenwärter und Fahrdienstleiter im Schichtdienst arbeiten. Es folgte dann die IHK-Fortbildung zum Fachwirt für den Bahnbetrieb mit Einsätzen in allen relevanten Querschnittsbereichen, u. a. Controlling, Personal, Vertrieb und Management. Ich bin sehr froh, diese Ausbildung gemacht zu haben: Ich weiß nämlich seitdem, wie Bahn funktioniert.
Wo leben Sie?
Ich bin immer schon ein Großstadtkind gewesen. Ich brauche die Vielfalt und die Abwechslung. Leider hat Hamburg beruflich bis jetzt dauerhaft nicht geklappt, also ist es am Ende die Hauptstadt Berlin geworden. Ich wohne in Ostberlin im Prenzlauer Berg und arbeite in Westberlin in Wilmersdorf. Mehr Abwechslung und Vielfalt gehen also nicht.
Wie und wann kamen Sie zur Deutschen Bahn?
Mit Anfang 20 hatte ich das Abitur in der Tasche und war gerade mit dem Zivildienst fertig. Da wollte ich beruflich durchstarten, Erfahrungen sammeln und Geld verdienen. Studieren kam zu dem Zeitpunkt für mich nicht infrage. Mit der Überschrift „Karrierelust statt Hörsaalfrust!“ lockte dann 1997 die Deutsche Bahn – das hat mich gecatcht und so fing die Reise an. Das Betriebswirtschaftsstudium habe ich dann berufsbegleitend nachgeholt.
Wie lautet Ihre genaue Berufsbezeichnung?
Ich bin Regionalleiter für Finanzen/Controlling und Personal und gleichzeitig Geschäftsführer in den Busgesellschaften DB Regio Bus Ost GmbH, DB SEV GmbH sowie Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH. Diese Gesellschaften bilden die Region Ost der DB Regio Straße.
Seit wann haben Sie diese Positionen inne?
Ich bin mit elf Jahren mittlerweile der dienstälteste Regionalleiter bei DB Regio Straße.
Was genau gehört zu Ihren Aufgabenfeldern?
Wenn man so will, bin ich Dreh- und Angelpunkt zwischen unseren Verkehren auf der Straße, den Geschäftszahlen und den Mitarbeitenden. Oder anders gesagt: In meiner Region und in meinen Gesellschaften sorge ich dafür, dass die Finanzen stimmen, die Menschen gerne zur Arbeit kommen und unsere Verkehre erfolgreich sind.
Was macht Ihnen am meisten Spaß bei Ihrer Arbeit?
Dass ich nicht nur im Büro sitze, telefoniere, E-Mails bearbeite und in Meetings sitze, sondern auch regelmäßig an den Standorten in den Niederlassungen bin und mit den Mitarbeitenden vor Ort ins Gespräch komme. Nur so erfahre ich, was sie wirklich beschäftigt und wie wir die Dinge besser machen können. Ich war gerade erst für die Inbetriebnahme des großen Ersatzverkehrs aufgrund der Vollsperrung Hagen-Wuppertal-Köln mehrere Tage in Wuppertal und habe u. a. beim Aufbau und Beschildern von Haltestellen geholfen und mit angepackt.
Was bedeuten die Stiftungen BSW und EWH für Sie im Hinblick auf Ihr berufliches Umfeld?
Das Busgeschäft hat sich enorm verändert. Wir betreiben nicht nur Regionalbusse in vielen Landkreisen, sondern sind mittlerweile bundesweit im Schienenersatzverkehr tätig, der an Bedeutung gewinnt. Wir rekrutieren immer mehr Busfahrerinnen und Busfahrer aus anderen Ländern. Rund die Hälfte der Belegschaft kommt mittlerweile aus dem Ausland: Wir haben über 30 Nationen bei uns in den Betrieben. Das heißt, Integration ist eine unserer großen Herausforderungen. Dabei stoßen wir regelmäßig an die Grenzen unserer Organisation: Uns fehlen teilweise die Ressourcen und das Know-how für das Onboarding, die Wohnraumsuche oder das Organisieren von Sprachschulen, Behördengängen etc. Die Stiftung BSW – und insbesondere Team SUKI – hat mich da schon in vielen Projekten ganz toll unterstützt.
Bitte beenden Sie folgenden Satz: Soziales Engagement bedeutet für mich …
… nicht nur Daumen hoch, sondern auch Ärmel hoch: Ich unterstütze die Stiftungsfamilie natürlich als Mitglied und engagiere mich schon seit Jahren als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Berlin.
Welche Erfindung hätten Sie gern gemacht?
Die Fernbedienung für die Realität mit den Funktionen „Pause“, „Zurück-“ und „Vorspulen“.
Gibt es eine verrückte Sache, die Sie unbedingt noch machen möchten?
Die eigene Strandbar in der Karibik eröffnen.
Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?
Ich koche leidenschaftlich gerne und versuche, sobald das Wetter es zulässt, viel Zeit auf dem Wasser zu verbringen und meinen Sportbootführerschein zu nutzen.
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Die bestmögliche Utopie: Krankheiten besiegen, Kriege beenden und Glück für alle Menschen. Klingt abgedroschen, würde aber einfach alles viel besser machen.
Welche Landschaft hat Sie besonders beeindruckt?
Die atemberaubende Vielfalt an Flora und Fauna und die unendlichen Weiten der amerikanischen Nationalparks.
So viel steht fest: Wir sichern uns schon einmal einen Platz in der karibischen Strandbar, lieber Florian Szameit, und denken das mit der bestmöglichen Utopie gemeinsam weiter.